FSO Polonez
Club Deutschland

03,1987

Der Deutsche Straßenverkehr 3/1987

FSO mit Frontantrieb

Als Nachfolger des derzeitig gebauten Polonez steht im Warschauer Automobilwerk FSO dieser Pkw mit Frontantrieb zur Debatte. Er trägt die Bezeichnung "WARS 1,3 S" und wird noch als Prototyp ausgewiesen.

An verbesserten Modellen wird überall gearbeitet, wo es um die Fertigung von Kraftfahrzeugen geht. Der Technische Fortschritt entwickelt sich allerdings im allgemeinen zunächst in Laboren, auf Prüfständen, in Instituten und Versuchsabteilungen. Es gehört jedenfalls nicht zu den Spielregeln in der Automobilbranche, die Karten lange vor Serienbeginn aufzudecken. FSO machte auf der vorjährigen Austellung "Polska Motoryzacja" in Warschau mit der Vorstellung eines Pkw Prototyps offensichtlich eine Ausnahme, denn der WARS kommt wohl in den achtziger jahren nicht mehr aufs Band. So ist zu vermuten, wenn man sich an den Kommentaren in der polnischen Fachpresse orientiert. Das der WARS bei aller Eigenständigkeit durchaus Vollheck-Vorbilder hat, läßt seine Gesamterscheinung erkennen. Verwundern können solche Ähnlichkeiten mit anderen Pkw Modellen nicht, führen doch optimierte Lösungen gerade in der Karosseriegestaltung ganz zwangsläufig dorthin. In den konstruktiven Details unter der Motorhaube und beim Fahrwerk bleibt aber auch künftig noch genügend Raum zur Umsetzung typenspezifischer Ideen.
Wolfram Riedel


Im Ergebnis jahrelanger Studien und Arbeiten im Forschungs- und Entwicklungszentrum OBR-SO entstanden die speziellen Details des neuen Wagens, darunter die Armaturentafeln mit griffnahen Schaltern und Hebeln. Im Intresse guter Platzverhältnisse wurden für das Armaturenbrett neue Formen gewählt.


Auch eine polnische Neuentweicklung: der quer eingebaute Vierzylinder des Fronttrieblers mit obenliegender Nockenwelle und dort angeflanschtem Zündverteiler.


Von innen verstellbar ist der Außenspiegel. Die Türen sind samt Fensterrahmen aus nur einer Blechtafel gefertigt - eine Verarbeitungstechnologie, die u.a. auch eine Zahl der korrosionsgefährdeten Blechverbindung vermindert.


Weggelassen werden die herkömmlichen Regenrinnen, um die Dachpartie im Kantenbereich aerodynamischer zu optimieren.

Die Heckklappe des 3,80 m langen WARS reicht bis zur Stoßstange hinab. Der Radstand von 2,40 m sichert kurze Karosserieüberhänge. Bereits an einem Modell wurden im polnischen Institut für Luftfahrt aerodynamische Untersuchungen vorgenommen.

Fotos: W. Borewicz