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04,1965

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Kraftfahrzeugtechnik 04/1965

Modernisierter Mittelklassewagen aus Polen Warszawa 203


Warszawa 203 mit modernisiertem Heck


Der Lizensbau des 2-l-Wagens Pobjeda aus der Sowjetunion war bei der Aufnahme der Kraftfahrzeugproduktion in der VR Polen die wirtschaftlichste Lösung. Inzwischen bauen die Warschauer Automobilwerke in Zeran, die der Herstellerbetrieb des hier Warszawa genannten Wagens mit Stromlinienheck sind, seit 14 Jahren Fahrzeuge. Die Erfahrungen, die bei dieser Lizensproduktion gesammelt wurden, befähigen die polnischen Techniker, selbst eine erste Karosserie- und Triebwerkmodernisierung durchzuführen. Wir berichteten zwar schon kurz über den Warszawa 203 (z.B. im Heft 9/1964), wollen aber hier weitere Einzelheiten des Polnischen Mittelklassewagens vorstellen, zumal das Fahrzeug zu den Exponaten der VR Polen auf der Jubiläumsmesse in Leipzig gehörte.

Das änderte nichts an unserer Feststellung, daß  auch die neue Heckpartie noch kein ausgesprochen modernes Fahrzeug aus dem Warszawa macht. Unter dem Aspekt der bisherigen Produktion kann man den Warszawa jedoch als beginn für grundlegendere Neuentwicklungen des polnischen Kraftfahrzeugbaues begrüßen. Wenn auch die neue, modernere Heckpartie mit dem gerundeten Vorderteil troz des neuen Grills nicht so recht harmoniert, und der gesamte Aufbau noch gedrungen wirkt, so stellt die bei der Karosserieüberarbeitung erfolgte Vergrößereung der Glasfläche doch eine wesentliche verbesserung dar. Die neue Dachform kommt den Fondpassagieren durch größere Kopffreiheit und die kubische Gestaltung der Heckpartie besonders dem Kofferraum zugute.

Auch die Innenraumausstattung wurde verbessert. Das neue Instrumentenbrett ist nach oben durch eine Plastauflage abgedeckt, so das Blendungen in der Windschutzscheibe vermieden werden. Die Lenksäule wird jetzt wie das allgemein üblich ist verkleidet. Bei der Normalausführung der Limousine bestehen Fahrer- und Beifahrersitz aus ener Sitzbank.

Die Kraftübertragung vom 70-PS-Vierzylindermotor zu den Hinterrädern erfolgt über Einscheibentrockenkupplung, Dreiganggetriebe, einteilige Kardanwelle und Differentualgetriebe. Trotz der großen Übersetzungssprünge durch das Getriebe mit nur drei Gängen soll eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h erreicht werden. Wie bissher sind die Vorderräder einzeln aufgehängt und werden von Schraubenfedern mit Teleskopstoßdämpfern abgefedert. Die starre Hinterachse wird von zwei Halbelliptikblattfedern aufgenommen. Hier werden noch Hebelstoßdämpfer verwendet.

Ganz besonders gründlich hat man den Warszawa als Taxi-Variante vorbereitet. Wie z.B. durch ein Bild im Heft 2/1965 erläutert, ist der Fahrer in diesem Taxi durch organisches Glaß vom übrigen Fahrgastraum getrennt. Die Lehne des Beifahrersitzes kann umgeklappt und in diesem Zustand als zusätzliche Gepäckfleche benutzt werden. Außer im Kofferraum kann Gepäck auch auf dem Dach, für das eine entsprechende Galerie serienmäßig mitgelifert wird, befördert werden. im Gegensatz zur normalen Limousine sind die Fahrgastsitze des Taxi mit abwaschbarem Plastmaterial überzogen. Der Fahrersitz ist aber auch hier mit atmungsaktivem Polstermaterial bespannt. Eingebautes Taxameter und Taxi-Leuchtzeichen auf dem Dach gehören zur Serienausstattung. Das Werk gibt eine Mindestlaufleistung von 100 000 km ohne Generalüberholung für den Motor an, womit eine wesentliche Voraussetzung für den wirtschaftlichen Taxibetrieb erfüllt wurde.


Der Warszawa 203 erhielt auch ein neues Kühlergrill



Blick auf das ebenfalls neue Instrumentenbrett im Warszawa 203




Der neue Taxiwagen Warszawa 203